Katja Niedermeier im Interview mit www.netzwirtschaft.de (März 2016)


zum Interview auf "www.NETZWIRTSCHAFT.de"

Wer ist  Katja Niedermeier?  Bitte stell Dich doch mal kurz vor.

Ich komme ursprünglich aus dem Sauerland und lebe mit meinem Mann und unserer Tochter seit vielen Jahren in Berlin. Mit 25 habe ich meinen Job bei Beiersdorf gekündigt, bin auf gut Glück nach Toronto gezogen, habe dort beim TV gearbeitet, danach in Hamburg bei einer Plattenfirma als PR-Manager für internationale Popstars und habe mich 2001 mit „K8“ in Sachen Künstler-PR und Interviewtraining selbständig gemacht. Heute verhelfe ich meinen Klienten zu selbstsicherer Ausstrahlung und Erfolg und verbinde Geschäftssinn mit Energiearbeit.

Damit wir Dich nicht nur aus beruflichem Blickwinkel kennenlernen, verrate uns doch auch einen kleinen Spleen von Dir.

Wie jetzt…, nur einen?! 😉 Ich bin irre tierlieb, in vielerlei Hinsicht unkonventionell und ab und an packt mich so eine Art Weltrettersyndrom. Außerdem sehe Zahlen und Wochentage in Farben. Die 3 ist z.B hellblau und der Donnerstag orange. Im Kopf bin ich ein Punk, im Herzen ein Hippie.

Elevator Pitch! Was machst Du? Und vor allem: was machst du am besten, wo liegt deine Superpower?

Mein „Abrakadabra“ liegt in der Kombination aus Karma Business & Energiearbeit. Ich sehe und fühle emotionale und mentale Blockaden bei meinen Klienten. Dazu müssen sie gar nicht vor mir stehen – ich arbeite ja hauptsächlich telefonisch oder via Skype. Mit der Energiearbeit schiebe ich gezielt Transformationen an, die die Dinge bei meinen Klienten wieder ins Rollen bringen und in meinen Workshops helfe ich ihnen strategisch auf die Sprünge. Ich arbeite hauptsächlich mit selbständigen Unternehmer/innen, die mit dem Wunsch nach mehr Klarheit, mehr Verdienst, mehr Sichtbarkeit oder angstfreiem Auftritt zu mir kommen. Als Speakerin sind „Gelassenheit im Job“, „Karma Business“ und „Auftreten – wie im Innen so im Außen“ meine Themen.

Wie lebtst du Digitalisierung in deinem Unternehmen? In welchem Bereich hast du Digitalisierung erfolgreich um- oder eingesetzt?

Marketing und PR laufen vornehmlich über die K8-News, die ich über den Online-Dienst Mailchimp.com versende sowie über Soziale Netzwerke wie z. B. Facebook (www.facebook.com/K8TargetClass). Meine Job-Ratgeber hat der Beck-Verlag auch als Kindl-Editionherausgebracht. Einige meiner Essays für das Magazin VISIONEN sind auf meiner Homepage veröffentlicht und gäbe es Skype / Facetime nicht, könnte ich manche Kliententermine gar nicht wahrnehmen, weil manche meiner Klienten in den USA, in Kanada oder in den Arabischen Emiraten leben. Was mich allerdings so gar nicht anmacht sind Webinare.

Wenn Du Dir die Netzwirtschaft insgesamt, deinen Markt, deine Firma, deine Position ansiehst, was werden die Haupt-Herausforderungen in den nächsten Monaten oder Jahren sein?

  • Herausforderung für die Gesellschaft, bzw. den Staat:
Die größte Herausforderung sehe ich im Bildungsbereich. Der Fokus liegt m. E. immernoch zu eingeschränkt auf dem reinen Vermitteln von Erkenntnissen, wobei angeborene Kostbarkeiten wie Intuition, Selbstverständnis und innere Weisheit meist völlig auf der Strecke bleiben. Darüber hinaus kommen in Schulen Werte wie Unternehmergeist und professionelle Entfaltung im kreativen Bereich zu kurz. Solche Berufswege erfordern aber nur deshalb so viel Mut, weil sie in den Schulen mit weniger Selbstverständlichkeit gefördert werden als klassische Berufe. Dabei besteht gerade hier ein riesiges Potential.
  • Chance für meinen Markt:
Coaching goes online. Das ist von großem Vorteil, weil durch die globale Vernetzung mehr und mehr Menschen Zugang zu bestimmter Hilfestellung finden. Die Coaches ihrerseits profitieren wiederum von der Netzwirtschaft, weil ihr Klientel nicht lokal gebunden ist. Online-Coaching-Programme sind darüber hinaus eine wachsende Quelle für passives bzw. skalierbares Einkommen. Allerdings stelle ich in diesem Geschäftsfeld eine leichte bis massive Tendenz zur Gier fest. Bei all dem möglichen „Mehr“ (Kunden / Aufträge / Abonnenten / Likes…) ist es wichtig, bereits bestehende Errungenschaften zu wertschätzen.
  • Herausforderung für meine Firma:
Als One-Woman-Show sehe ich mich in erster Linie dafür zuständig, dass meine Klienten aus unseren Terminen gestärkt, geklärt und ermutigt heraus gehen und dadurch Erfolge feiern. Und nebenbei muss ich dafür sorgen, dass sie vorher die Chance haben, mich überhaupt erstmal zu finden und sich über mich zu erkundigen. Auffindbarkeit und Sichtbarkeit erfordern Präsenz bei Google, Facebook, Linkedin etc. Unermüdliche digitale Weiterbildung und Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem sind für mich essentiell. Dabei gilt es, der Versuchung zu widerstehen, ständig Neues zu recherchieren und darüber das eigene Kreieren und Probieren zu vernachlässigen. Selbstdisziplin und Achtsamkeit sind hier gefragt. Erst gerade habe ich mir eine offizielle Posting-Auszeit aufoktroyiert, um zu testen, wie sich das auf mein Geschäft auswirkt. Die Entscheidung fühlte sich zunächst an wie Business-Suizid. Ist es aber nicht! Im Gegenteil! Erkenntnisse wie diese bekomme ich aber nicht durch das aufmerksame Lauschen eines Podcasts, sondern durch’s Ausprobieren.

Was hat Dich bisher am meisten „am Internet“ geärgert, was am meisten gefreut?

Gar nichts. Das Internet ärgert mich nicht, solange die Verbindung stabil ist. Bisher habe ich vielmehr von seiner Existenz profitiert. Ich freue mich, mit meinen kanadischen Ex-Kollegen und meiner Familie aus Südafrika im Kontakt zu sein und bringe mir gerade über Youtube-Tutorials Gebärdensprache bei.

Gib uns doch bitte eine Empfehlung für… (inklusive kurze Begründung, warum Du es empfiehlst)

  • einen Blog / eine Newsseite / ein Fachmagazin (auch Print), mit dem/der Du Dich zu Fachthemen gerne informierst
Liebend gerne lasse ich mich von den kurzen Vorträgen auf www.ted.com  inspirieren und lerne jedes Mal dazu – sowohl inhaltlich als auch auftrittstechnisch. Da es z.B. in meinem WorkshopSHOW OFF JOY u.a. um das Auftreten und die Ausstrahlung geht, fand ich damals diesen Auftritt von Amy Cuddy sehr ansprechend.
  • einen Artikel, der Dich in der letzten Zeit am meisten begeistert hat
Geistreicher Humor, Tabubrüche und Satire können mich begeistern. Einen Lieblingsartikel habe ich allerdings gerade nicht parat.
  • ein spannendes Buch, das Dich inspiriert hat
„DER DIAMANTSCHNEIDER“ von Geshe Michael Roach. Roach studierte den tibetischen Buddhismus woraufhin ihm nach 20 Jahren der Titel des Geshe verliehen wurde. Auf Weisung seines Lehrers gründete er basierend auf karmischen Erfolgsprinzipien ein weltweit erfolgreiches Schmuckunternehmen mit Sitz in New York. Seine Erfahrungen als Unternehmer nutzte er für sein Buch, in dem er die Diamant-Sutra im Kontext der modernen Geschäftswelt erklärt.
  • eine Veranstaltung(-sreihe), auf der Du wirklich etwas dazugelernt hast
Ich gebe es nur ungern zu, weil ich mich vom Gründer der Reihe wegen seiner Nähe zu Donald Trump ganz klar distanziere: MMI – Millionaire Mind Intensive von Harv Eker. Das war im Jahr 2012. Diese Veranstaltung hat 1. einen bleibenden Eindruck hinterlassen, 2. für glasklare Impulse bei mir gesorgt und 3. etwas in mir angetriggert, was mich dazu gebracht hat, selbst Seminare zu geben und Vorträge zu halten.
  • das hilfreichste Tool / die hilfreichste Software für Deine Arbeit
Da gibt es zwei, die ich nicht von einander trennen kann: meine Intuition und meine ausgeprägte Empathie — beides bringt meine Klienten zu ihrem Next Step und damit zu größerem Wohlergehen.

Mit welchem Experten würdest Du am liebsten einmal 1 Tag zusammenarbeiten, und warum?

Es gibt gleich 3 Experten ihres Fachs, mit denen ich liebend gerne einen Tag zusammen arbeiten würde: Beyoncé, Byron Katie und den vietnamesichen Mönch und Schriftsteller Thích Nhất Hạnh. Warum? Weil sie Experten sind und weil ich gerne von Experten lerne.