Das Leben – (k)ein Grund zum Feiern?! – VISIONEN-Essay (08/2016)


imageWieso überhaupt das Leben feiern? Bei all dem, was um uns herum passiert? Menschen erschießen einander, sprengen sich selbst in die Luft, zerstören den Regenwald, vergiften das Meer und lassen ihren Frust am Schlachtvieh aus bevor endlich die Hexelmaschine den Vierbeiner erlöst. Die Armen werden ärmer, die Politiker selbstverliebter oder größenwahnsinniger und Hilfsorganisationen immer korumpierbarer. Und das soll gefeiert werden?

Ich denke viel darüber nach, was in der Welt passiert und wie all das in mein Konzept von Zuversicht und dem Glauben an das Gute passt. Angesichts von Terror und Gräueltaten, hilft mir dabei das Bild von Yin & Yang. Beim Betrachten dieser beiden in einander gekuschelten Schwarz-und-Weiss-Tropfen erinnere ich mich daran, dass es in jedem noch so strahlenden Weiss auch ein schwarzes Fleckchen gibt, und dass jede Finsternis ein Lichtpotential enthält. Je größer der Anteil der einen „Farbe“, desto größer muss auch der Anteil der anderen sein. Wo Schmerz verursacht wird, rücken Menschen zusammen. Wo Fremde über Fremde herfallen, liegen sich andere Fremde in den Armen. Wo Zerstörung stattfindet, machen sich Menschen auf den Weg, um Gutes zu tun. Unsere Aufgabe besteht wohl darin, die Helligkeit zu finden, sie wahrzunehmen, sie zu erleben, sie in uns aufzunehmen und sie am Ende sogar zu feiern. Die Frage ist nur: bin ich heute eher der weisse Tropfen mit dem schwarzen Pünktchen oder bin ich heute dunkle Hälfte? Und aus wessen Perspektive? Bin ich heute eine unterhaltsame Geschichte oder bin ich eine belanglose? Und aus wessen Sicht? 

Während Sie diese Zeilen lesen, sind Sie vermutlich weder auf der Flucht, noch werden Sie gerade bedroht und sollten Sie hungrig sein, könnten Sie sich zum Kühlschrank begeben. Zugegeben: morgen ist es vielleicht schon anders. Das wissen wir nicht. Sie selbst werden eine vage Ahnung haben, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass morgen jemand bewaffnet vor Ihnen steht oder ob Sie morgen hungern müssen. Doch jetzt gerade, während Sie dies hier lesen, geht es Ihnen recht gut, nehme ich an. Ich nehme es deshalb an, weil ich mich entscheide, dies anzunehmen. Die Vorstellung ist einfach schön. Und ich mag es, wenn sich das, was ich mir vorstelle, angenehm anfühlt. Ich schätze schöne Geschichten.

Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass Sie kein Analphabet sind. Sie durften eine Schule besuchen, welche je nach Generation vielleicht ein Alptraum oder Nervkram war, aber immerhin: Sie konnten ein Stück Bildung genießen. Daraus haben Sie entweder „etwas gemacht“ oder auch nicht. Wenn nicht, hatten Sie Ihre Gründe dafür. Dann gab es andere Prioritäten, denen Sie den Vorrang eingeräumt haben - sei es aus eigenen Stücken oder weil äußere Umstände dies so von Ihnen verlangten. Jedenfalls haben Sie einer Sache (vorsichtshalber) den Vorzug gegeben und das Andere lieber sein gelassen. Innerer Zwang oder äußerer Druck hin oder her - Sie waren und sind ein freier Mensch.

Manchmal kann es sich so anfühlen als seien wir einer Situation schutzlos ausgeliefert und das Leben mag dann bedrohliche Züge annehmen. Doch das ist eine Illusion. Das zu erkennen und trotz widriger Umstände und Unsicherheiten friedvoll und zuversichtlich zu sein, ist eine Fähigkeit, die sich jeder, der will, beibringen kann - sei es professionell angeleitet oder auf eigene Faust. Das Wissen dazu findet sich für jeden frei zugänglich im Internet. Einfach Google oder Youtube anschmeissen und so etwas wie „innere Freiheit“ oder „glücklich sein“ oder „Konflikte lösen“ eingeben und schon geht’s los mit der autodidaktischen Weiterbildung. Es ist heute so leicht, geeignete Wege zu finden, um sich selbst, die vielleicht angeschlagene Psyche oder ein angekratztes Seelenleben zurück in die Balance zu bringen. Die Eltern unserer Eltern und Großeltern hätten sich für einen Zugang zu derartigem Wissen und für solche Möglichkeiten den rechten Arm abgehackt und gegoogelt, wie man mit nur einem Arm glücklich wird!

Wir können frei wählen, ob wir einem Vorschlag folgen oder ob wir lieber unsere eigenen Erfahrungen machen. Wir können uns entscheiden, ob wir ein idealistischer Träumer mit einem Lächeln auf dem Gesicht sind, oder ein angstgesteuerter, manipulierbarer Pessimist. Zwischen diesen beiden Extremen ist viel Raum für allerlei Variationen! Ist das etwa kein Grund zum Feiern?!

Wenn wir etwas denken wie z.B. „Ich kann ja eh nichts verändern“ oder „Die Welt muss sich verändern“ oder aber „Ich möchte etwas in der Welt verändern“ dann ist dies schlicht und ergreifend nicht möglich. Denn Sätze wie diese richten sich an das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Wahrer Grund zum Feiern entsteht nur, wenn wir an unseren eigenen eingefahrenen Denkstrukturen, unserer persönlichen Sichtweise, unserem individuellen Fühlen und unserem Wissen feilen. Tun wir das nicht, treffen wir eine wichtige Entscheidung: wir überlassen das Feiern einfach den Anderen.

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