Geld her! Das Laster mit dem Zaster – VISIONEN-ESSAY (05/2016) von Katja Niedermeier


Visionen Magazin Geld Reichtum FuelleOhne Moos nix los und ohne Knete keine Fete. Der Rubel soll rollen und am Ende der Kohle ist noch viel zu viel Monat übrig… Merken Sie was? Die Rede ist von Geld, doch ich benutze das Wort nicht. Das sind nur einige Beispiele für Blockaden im Bezug auf Geld, Finanzen, Einnahmen, Reichtum, Fülle. Würden Sie sich zu jemandem hingezogen fühlen, wenn Sie mit „Alter“, „Olle“ oder „Ey du da“ angesprochen würden? Blieben Sie gern bei jemandem, wenn diese Person Ihnen sagt, dass es für sie Wichtigeres im Leben gibt als Sie? Man könnte glatt meinen, Geld würde unsere Gedanken lesen oder mithören, wenn wir darüber sprechen. Ach nee, Moment! Über Geld spricht man ja nicht.  Geld ist außerdem schmutzig. Es ist ja die Wurzel allen Übels. Und vor allem: Die zu zahlenden Steuern sind bei „den Reichen“ auch immer gleich so hoch, dass  man ja direkt nach Monaco auswandern muss. Tja, und dann sitzt man da nämlich an der Côte d’Azur und darf sich zu den ganzen Prinzessinnen und  gebotoxten Irren gesellen und 6,50 Euro für eine Kugel Eis hinlegen. Ach nee, dann lieber alles wie gehabt. Erkennen Sie sich wieder? Also ich habe früher  tatsächlich so gedacht. Und im Dispo war ich auch. Geld ist zwar nicht der Universalschlüssel  zum Glück, aber Geldmangel ist definitiv ein Garant für Unmut und Bitterkeit. Eine betrübliche Finanzlage  empfinden wir als eingeschränkte Handlungs- und Entscheidungsfreiheit. Dabei ist es völlig einerlei, ob wir gerne unserem Lieblings-Hobby nachgehen oder etwas für die Ausbildung unseres Kindes zurücklegen wollen – wenn wir aus Finanzgründen nicht selber frei entscheiden können, was wir tun oder lassen, dann  ist und bleibt das Mist. Natürlich gibt es Schlimmeres.  Aber es gibt eben auch Besseres. Geld ist für viele ein sehr emotionales Thema. Dabei ist Geld nichts weiter als Energie. Und Energie folgt der Aufmerksamkeit. Richten wir nämlich unsere  Aufmerksamkeit voller Dankbarkeit darauf, wie uns unser Geld jeden Tag unterstützt (Lebensmitteleinkäufe, Dach über dem Kopf, Krankenkasse, Handyvertrag, Internetzugang etc.), stehen die Chancen gut, das dieser wichtige Flow bestehen bleibt oder sogar zunimmt. Nehmen wir diese  Annehmlichkeiten jedoch als selbstverständlich hin oder erst gar nicht wahr, können wir sicher sein, dass sich unser Geldfluss peu-à-peu rückläufig darstellt und irgendwann zum Erliegen kommt. Sobald unsere Aufmerksamkeit auf dem Mangel an Geld liegt, zeigt sich dieser Mangel deutlicher als uns lieb ist. Und wenn dann noch negative Überzeugungen hinzukommen… na, herzlichen Glückwunsch. Manch einer wünscht sich nichts sehnlicher als einen Sechser im Lotto. All die tägliche Arbeit, das Schuften, die Mühsal, der Verzicht muss doch auch mal belohnt werden! Stimmt’s? Wer so denkt, dreht die Spirale  munter nach unten, denn hier liegt das Augenmerk auf  Mühsal und Verzicht. Was oft fehlt, ist Zufriedenheit und das Einverstanden-Sein mit dem   Leben, so wie es gerade ist. Immer, wenn wir die Realität anders haben wollen, als sie sich uns darstellt, gehen wir einen Kampf ein, den wir verlieren. Dasselbe gilt, wenn wir Mangel im Bereich Lebensfreude empfinden und uns vom Leben betrogen fühlen, wenn wir seelische Wunden in uns tragen und uns  weigern, diese heilen zu lassen, weil es uns an der Fähigkeit der Nachsichtigkeit, der Gnade oder dem „Fünfe-Gerade-Sein-Lassen“ mangelt. Die Folge: mehr Arbeit, mehr Verzicht, mehr Kummer, denn der Wunsch nach dem überraschenden Geldsegen entsteht aus einer Mangelüberzeugung heraus, die immer neue  Mangelerscheinungen kreiert. Das Einzige was hier hilft, ist sofortiges zielgerichtetes, wohlgesonnenes Handeln. Konsequentes Umdenken und Neu-Lernen  inklusive Achtsamkeit und Training. Allein bei der Vorstellung, das Leben neu auszurichten und die innere Einstellung radikal zu ändern winken viele schon ab, weil sie davon überzeugt sind, dass dies ja zu schön wäre, um wahr zu sein und auch viel zu lange dauert. Mangelhaft kann es übrigens auch laufen, wenn wir einerseits Fülle und Reichtum in den „Kleinigkeiten“ des Alltags erkennen können, jedoch innerlich die Nase rümpfen, wenn es um Themen wie z.B. Erfolg, Investitionen und Rechnungen geht. Sobald wir etwas ablehnen, was mit Geld zu tun hat oder mit Geld  einhergeht, schlagen wir uns selbst die Tür zu. Es mag ungerecht wirken, dass Geld immer dorthin zu fließen scheint, wo es ohnehin schon mehr als genug  davon gibt. Doch Sie können sicher sein, dass ein stabil wachsender, gesunder Cashflow, der sowohl uns selbst als auch anderen zugutekommt, niemals auf  Profitgier, Tricks, Achtlosigkeit oder Ausbeutung basiert. Jeder, der seinen Palast auf derartig negativen Phänomenen gebaut hat, bringt sich selbst über kurz  oder lang zum Scheitern. Mit dem Reichtum ist es wie mit einer Pferdeherde: Um ihn steuern zu können, müssen wir ein selbstsicheres, mutiges und integres  Leittier mit entschlossenem Handeln und innerer Größe sein. Drückt sich diese innere Größe nicht unweigerlich auch im Außen aus, sprich: auf dem persönlichen Kontostand, besteht ganz einfach noch enorme Wachstumsmöglichkeit, was positiv betrachtet doch auch ganz schön ist, oder?

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